Wenn es gerade brennt: Erste Hilfe für Angehörige
Was Sie in akuten Situationen tun können – und was Sie sich sparen dürfen.
Keine Theorie, keine langen Erklärungen. Nur das, was jetzt zählt: Ihre Sicherheit, die Sicherheit der Kinder – und der richtige Moment für alles andere.
Lebensgefahr? Rufen Sie sofort die 112.
Diese Zeichen bedeuten medizinischen Notfall – zählen Sie nicht, warten Sie nicht:
- Die Person ist bewusstlos oder lässt sich nicht wecken
- Atmung ist sehr langsam, unregelmäßig oder setzt aus
- Lippen oder Fingernägel wirken bläulich
- Krampfanfall, Erbrechen im Liegen, blasse kalte Haut
112 – dann stabile Seitenlage
Legen Sie die Person auf die Seite, damit sie nicht ersticken kann. Bleiben Sie bei ihr. Sagen Sie am Telefon ehrlich, was genommen wurde, wenn Sie es wissen – die Rettung braucht diese Information, keine Erklärungen.
Wenn er oder sie betrunken oder high nach Hause kommt
Das können Sie sich sparen
- Diskutieren, Vorwürfe, Fragen („Wo warst du? Wie viel? Mit wem?“)
- Ultimaten und große Entscheidungen im Rausch
- Nach weiterem Suchtmittel suchen oder es verstecken
- Die Szene vor den Kindern austragen
Das hilft wirklich
- Ruhe bewahren, Abstand schaffen, Türen offen lassen
- Für Sicherheit sorgen: Wasser hinstellen, Schlafplatz, notfalls Seitenlage
- Kinder in einen ruhigen Raum bringen
- Alles Wichtige auf morgen verschieben – nüchtern, nicht heute Nacht
Im Rausch ist niemand erreichbar – auch nicht der Mensch, den Sie lieben. Das einzige Gespräch, das etwas ändern kann, findet nüchtern statt.
Wenn es laut oder aggressiv wird
Bei akuter Bedrohung oder Gewalt gilt: gehen Sie – und rufen Sie die 110. Sie verraten damit niemanden; Sie schützen sich und andere. Nehmen Sie die Kinder mit, immer. Zum Nachbarn, in den Flur, ins Auto – Distanz ist jetzt wichtiger als jede Deutung.
Suchen Sie sich danach Unterstützung, bevor die nächste Eskalation kommt. Dafür sind wir da – und dafür gibt es die Nummern weiter unten.
Wenn Kinder dabei sind
Kinder verstehen mehr, als sie zeigen – und sie tragen es länger. Sie brauchen keine perfekte Erklärung, sondern drei Dinge: Sicherheit, eine ehrliche, kindgerechte Botschaft („Mama/Papa ist krank, nicht böse – und es ist nie deine Schuld“) und mindestens einen Erwachsenen, der verlässlich da ist. Das können auch Sie sein.
Für Kinder und Jugendliche selbst: anonym, kostenlos, Montag bis Samstag.
Wenn Sie als Elternteil nicht weiter wissen: kostenlos und vertraulich.
Und für Sie selbst – rund um die Uhr
Mitten in der Nacht, wenn niemand da ist und der Kopf nicht aufhört: Die Telefonseelsorge ist kostenlos, anonym und immer erreichbar. Sie müssen nichts vorbereiten und nichts beweisen – Sie dürfen einfach anrufen.
Kostenlos, anonym, rund um die Uhr. Alternativ: 0800 111 0 222.
Jeden Dienstag in Düsseldorf: Menschen, die genau das kennen. Kostenlos und anonym.
Wenn der Sturm vorbei ist: der nächste Schritt
Akute Situationen werden seltener, wenn Sie klare Grenzen haben. Lernen Sie, wie das geht – mit Beispielsätzen für Ihren Alltag.