Forschungs- & Modellprojekt KI · On-Device · Privacy by Design Entwicklung 2026–2030

BRÜCKEN Frühwarnsystem: KI erkennt Veränderung. Menschen bauen die Brücke.

Keine weitere Gesundheits-App. Wir wollen ein lernendes Frühwarn- und Interventionssystem entwickeln, das individuelle digitale Verhaltensveränderungen erkennt, passende Hilfe anbietet – und Menschen im richtigen Moment wieder miteinander verbindet.

ERKENNEN → VERSTEHEN → EMPFEHLEN → VERBINDEN

BRÜCKEN Frühwarnsystem – KI-gestützte Rückfallprävention mit freiwilliger menschlicher Verbindung
KI & digitale Suchthilfe On-Device & freiwillig Forschungs- und Entwicklungsphase
Unsere Ausgangsidee: Ein Rückfall beginnt nicht erst mit dem ersten Glas, der ersten Tablette oder dem ersten Konsum. Er kann sich Stunden oder Tage vorher in Schlaf, Tagesrhythmus, Rückzug, Unruhe und digitalem Verhalten ankündigen. Genau dieses Zeitfenster wollen wir wissenschaftlich untersuchen – nicht um Menschen zu überwachen, sondern um Hilfe früher erreichbar zu machen.

Das Projekt in Zahlen – als Entwicklungsziel

2026–2030geplanter Forschungs-, Entwicklungs- und Transferzeitraum
100freiwillige Teilnehmende im ersten Alltags-Pilot
bis 300Teilnehmende in einer späteren erweiterten Evaluation
2+Sprachen zum Start: Deutsch und Russisch, später erweiterbar
On-Devicelokale Verarbeitung sensibler Merkmale, wo technisch möglich
684.500 €vorläufiger Gesamtplanungsrahmen für Forschung bis Transfer

Die Forschungsfrage hinter dem Projekt

Die zentrale Frage

Kann ein Smartphone lernen, wann ein Mensch Unterstützung brauchen könnte – bevor dieser Mensch selbst den Schritt schafft, darum zu bitten?

Wir wollen nicht lernen, wie sich „ein abhängiger Mensch“ verhält. Wir wollen untersuchen, ob eine KI den persönlichen digitalen Fingerabdruck der Stabilität eines einzelnen Menschen abbilden kann: seinen normalen Schlaf, seine Bewegung, seine Tagesstruktur, seine freiwillig freigegebenen Nutzungsmuster und seine eigenen Check-ins.

Entscheidend wäre dann nicht ein allgemeiner Grenzwert, sondern die Veränderung gegenüber der eigenen stabilen Baseline. Fünf Stunden Schlaf können für einen Menschen normal sein – für einen anderen könnten drei Nächte mit fünf Stunden zusammen mit Rückzug und ungewöhnlicher Smartphone-Aktivität ein relevantes Signal sein.

Unsere Beobachtung aus der Selbsthilfe: Der Mensch sucht manchmal schon Hilfe, bevor er anruft

Eine unserer zentralen Praxishypothesen: Vor schwierigen Situationen verändert sich bei manchen Menschen nicht nur die Stimmung, sondern auch die Art, wie sie ihr Smartphone benutzen.

Unruhe. Häufiges Entsperren. Immer wieder Kontakte öffnen. Prüfen, wer geschrieben hat. Alte Nachrichten oder E-Mails lesen. Zwischen Messengern und Kontakten wechseln. Nachts länger am Telefon bleiben. Gleichzeitig weniger schlafen und reale Begegnungen vermeiden.

Das ist noch kein Beweis und kein universelles Muster. Genau deshalb soll es Gegenstand der Forschung werden. Die entscheidende Frage lautet: Sucht der Mensch in diesem Moment vielleicht bereits unbewusst nach Beziehung und Halt?

Vielleicht sitzt jemand um 23:48 Uhr allein zu Hause, liest zum fünften Mal eine alte Nachricht und öffnet immer wieder seine Kontakte. Er hat noch niemanden angerufen. Er hat noch nichts konsumiert. Aber vielleicht gibt es genau jetzt ein Zeitfenster, in dem eine ruhige, passende Intervention helfen könnte.

Mit allen verbunden – und trotzdem allein

Wir leben in einer Zeit permanenter digitaler Erreichbarkeit. Trotzdem erleben Menschen Einsamkeit. Die Weltgesundheitsorganisation berichtet, dass weltweit etwa jeder sechste Mensch von Einsamkeit betroffen ist. Digitale Vernetzung und menschliche Verbundenheit sind nicht dasselbe.

Wir behaupten nicht, dass soziale Netzwerke Suchterkrankungen verursacht haben. Der Zusammenhang ist komplex. Aber für moderne Suchthilfe ist eine gesellschaftliche Realität wichtig: In belastenden Phasen ziehen sich Menschen häufig zurück, obwohl sie technisch mit hunderten Kontakten verbunden sind.

Unsere Haltung

Wir wollen keine KI entwickeln, die Menschen noch länger an einen Bildschirm bindet. Wir wollen KI nutzen, um Menschen wieder miteinander zu verbinden.

Die beste digitale Intervention muss deshalb nicht digital bleiben. Vielleicht lautet sie: „Schlaf heute früher.“ Vielleicht: „Geh eine Runde.“ Vielleicht: „Ruf deinen Mentor an.“ Und vielleicht eines Tages: „Du solltest heute vielleicht nicht allein sein. Möchtest du mit jemandem einen Kaffee trinken?“

ERKENNEN → VERSTEHEN → EMPFEHLEN → VERBINDEN

ERKENNENAbweichungen von der persönlichen stabilen Baseline wahrnehmen
VERSTEHENmehrere Signale zusammenführen und nachvollziehbar erklären
EMPFEHLENeine passende freiwillige Handlung anbieten statt Angst zu erzeugen
VERBINDENbei Einwilligung den Weg zu Mentor, Gruppe, Vertrauensperson oder Peer öffnen

Die geplante Systemarchitektur

Das BRÜCKEN Frühwarnsystem soll nicht aus einer einzigen „Rückfall-KI“ bestehen. Geplant ist eine mehrschichtige Architektur, in der Datensparsamkeit, Erklärbarkeit und menschliche Entscheidung von Anfang an eingebaut werden.

1

Personal Baseline Engine

Lernt mit Einwilligung, wie stabile Tage für den einzelnen Menschen aussehen: Schlaf, Aktivität, Tagesrhythmus, freiwillige Check-ins und technisch verfügbare Nutzungsmuster.

2

Early Warning AI

Bewertet nicht „den Süchtigen“, sondern erkennt ungewöhnliche Veränderungen gegenüber der persönlichen Baseline. Ein einzelnes Signal soll möglichst nie genügen.

3

Explainable Intervention Engine

Statt „Rückfallrisiko 87 %“ soll die Person verstehen können, warum das System aufmerksam wird – etwa wegen mehrerer Nächte mit wenig Schlaf, verändertem Tagesrhythmus und hoher selbst gemeldeter Belastung.

4

Human Support Layer

Das System bietet konkrete Handlungen an: Ruhe, Schlaf, Bewegung, Krisenplan, Mentor, Gruppe, Vertrauensperson – und perspektivisch BRÜCKEN CONNECT.

5

Evaluation & Learning

Wir messen Fehlalarme, Akzeptanz, hilfreiche Kontakte, Datenschutz-Erfahrungen und reale Nutzung. Was nicht hilft, wird verändert oder entfernt.

Welche Signale könnten einbezogen werden?

Nur nach ausdrücklicher Freigabe. Und nur, wenn der jeweilige Zugriff technisch möglich, rechtlich zulässig und fachlich sinnvoll ist. Die folgende Liste beschreibt Forschungsfelder – keine zugesicherten Betriebssystemrechte.

Schlaf & Tagesrhythmus

Schlafdauer, ungewöhnliche Wachzeiten und Veränderungen des individuellen Rhythmus – beispielsweise über freigegebene Health- oder Wearable-Daten.

Opt-in · persönliche Baseline

Gerätenutzung

Technisch verfügbare Merkmale wie ungewöhnliche Nachtaktivität, häufigere Nutzung oder deutliche Veränderungen gegenüber dem eigenen Normalzustand.

Datensparsam · keine Dauerüberwachung

Kontakt- & Kommunikationsrhythmus

Wir wollen prüfen, ob Metamerkmale von Rückzug oder ungewöhnlicher Kontakt-Suche hilfreich sein können, ohne soziale Beziehungen unnötig auszulesen.

Forschungsfrage

Eigene Texte / E-Mail – perspektivisch

Eine semantische Analyse eigener Inhalte wäre nur mit gesonderter Einwilligung denkbar und soll, wenn überhaupt, möglichst lokal stattfinden. Rohtexte sollen nicht zum Geschäftsmodell werden.

spätere Prüfphase

Bewegung & Routinen

Veränderungen von Bewegung und wiederkehrenden Alltagsmustern können als ein Signal unter mehreren untersucht werden.

optional

Selbst-Check-ins

Stimmung, Suchtdruck, Stress und Schlafqualität. Der Mensch selbst bleibt die wichtigste Informationsquelle und kann die KI jederzeit korrigieren.

Mensch vor Algorithmus

So könnte ein Abend aussehen

Beispiel – keine Diagnose, sondern ein mögliches Interventionsfenster

22:50

Das System erkennt mehrere Veränderungen gegenüber der persönlichen Baseline: wenig Schlaf, ungewohnt lange Nachtaktivität und einen veränderten Kommunikationsrhythmus.

22:51

Die Verarbeitung erfolgt soweit möglich lokal. Es wird keine Meldung an Angehörige, Behörden oder Brücken ausgelöst.

22:52

Die Person sieht eine ruhige Frage: „Die letzten 36 Stunden sehen anders aus als deine stabilen Tage. Wie geht es dir wirklich?“

22:53

Statt eines Angst-Scores erscheinen Möglichkeiten: früher schlafen, kurze Übung, spazieren, Mentor anrufen, zur Gruppe fahren oder – falls freiwillig aktiviert – jemanden treffen.

22:55

Die Person entscheidet. Die KI empfiehlt. Der Mensch handelt.

Unsere Zukunftsvision: BRÜCKEN CONNECT

Langfristig wollen wir prüfen, ob KI nicht nur Warnungen erzeugen, sondern sichere menschliche Verbindung im richtigen Moment ermöglichen kann.

Wer dies ausdrücklich aktiviert, könnte angeben: „Wenn es mir nicht gut geht, darf mir das System freiwillig verfügbare Menschen aus dem Brücken-Netzwerk vorschlagen.“ Nicht aufgrund einer Diagnose. Nicht weil zwei Menschen denselben geheimen Score haben. Sondern anhand von Verfügbarkeit, Entfernung, freiwilligen Präferenzen und einem sicheren Peer-Konzept.

Kaffee„Ich möchte heute nicht allein sein und könnte jemanden treffen.“
SpaziergangBewegung und Gespräch statt weiterer Stunden allein am Bildschirm.
Peer / MentorKontakt zu geschulten oder bekannten Menschen aus dem Unterstützungsnetz.
Gruppe / AktivitätDirekter Weg in bestehende reale Angebote statt ausschließlich digitaler Intervention.

Die Zukunft digitaler Suchthilfe bedeutet für uns nicht weniger Mensch. Sie bedeutet mehr Mensch – im richtigen Moment.

BRÜCKEN CONNECT: nur mit Double-Opt-In

Ein Matching darf nicht bedeuten, dass zwei Menschen ungefragt aufgrund sensibler Zustandsdaten zusammengebracht werden. Unsere Vision setzt deshalb auf freiwillige, mehrstufige Zustimmung.

1. Freiwillig aktivieren

Jede Person entscheidet vorher selbst, ob sie überhaupt Kontakte aus dem Netzwerk vorgeschlagen bekommen oder anderen vorgeschlagen werden möchte.

2. Situation bestätigen

Die KI darf einen Kontakt vorschlagen. Sie darf keine Begegnung anordnen.

3. Beide sagen Ja

Erst ein Double-Opt-In öffnet eine mögliche Verbindung. Vorher werden keine direkten Kontaktdaten ausgetauscht.

4. Keine Zustandsdaten teilen

Die andere Person erfährt keinen Rückfallscore, keine E-Mail-Inhalte und keine vertraulichen Gründe für die Empfehlung.

5. Sicherheit vor Matching

Akute medizinische oder psychische Krisen gehören nicht in ein Peer-Matching, sondern in passende professionelle oder Notfallstrukturen.

6. Blockieren & beenden

Kontakte müssen jederzeit beendet, blockiert und gemeldet werden können. Sicherheit ist Teil des Produktdesigns.

Datenschutz ist kein Zusatz. Er ist Teil der Technologie.

Ein System, das sensible Verhaltens- und Gesundheitsmerkmale verarbeitet, darf Vertrauen nicht einfordern – es muss Vertrauen technisch verdienen.

On-Device first

Wo technisch möglich, sollen sensible Merkmale direkt auf dem Endgerät verarbeitet werden. Nicht jeder Rohdatensatz muss einen Server sehen.

Granulare Einwilligung

Schlaf, Bewegung, Kommunikation oder andere Datenquellen sollen nicht in einem pauschalen „Alles akzeptieren“ versteckt werden.

Widerruf & Pause

Eine Freigabe muss pausierbar und widerrufbar sein. Der Mensch bleibt Eigentümer seiner Entscheidung.

Keine Werbung. Kein Datenhandel.

Gesundheits- und Verhaltensdaten sollen weder verkauft noch für personalisierte Werbung genutzt werden.

Human Oversight

Die KI soll Empfehlungen unterstützen, nicht Menschen überstimmen oder automatisch weitreichende Entscheidungen treffen.

Regulatorik von Anfang an

Medizinprodukterecht, AI Act, Datenschutz-Folgenabschätzung und Sicherheitsanforderungen werden bereits in der Konzeptphase geprüft.

Warum jetzt? KI „Made in Germany“ für eine soziale Aufgabe

Made in Germany · verantwortungsvoll gedacht

Deutschland setzt KI, technologische Souveränität und Transfer auf die politische Innovationsagenda.

Mit der Hightech Agenda Deutschland zählt Künstliche Intelligenz zu den zentralen Schlüsseltechnologien. Gleichzeitig wird der Transfer von Forschung in reale Anwendungen betont. Wir wollen diese Entwicklung für eine konkrete soziale und gesundheitliche Aufgabe nutzen: frühe Hilfe bei Suchterkrankungen.

Unser Anspruch: keine Blackbox aus irgendeiner Cloud, sondern eine nachvollziehbare, europäisch gedachte KI-Architektur mit Datenschutz, wissenschaftlicher Prüfung und gesellschaftlichem Nutzen.

Nicht über Betroffene entwickeln – mit Betroffenen

Menschen mit Suchterfahrung sind keine Testobjekte. Sie sind Mitentwickler. Technisch möglich bedeutet noch lange nicht menschlich sinnvoll.

Menschen mit eigener Abstinenzerfahrung

Welche Warnzeichen kennen sie? Welche Intervention fühlt sich hilfreich an – und welche bevormundend?

Angehörige & Peers

Welche Rolle kann das soziale Umfeld sicher übernehmen, ohne Kontrolle oder Überforderung?

Suchthilfe, Medizin & Psychotherapie

Fachliche Bewertung von Intervention, Krisenwegen und möglicher regulatorischer Einordnung.

KI, Datenschutz & Security

On-Device-Architektur, Modellvalidierung, IT-Sicherheit, Explainability und Privacy Engineering.

Entwicklungsplan 2026–2030

Phase 0
2026

Forschungsdesign & Partnerkonsortium

Praxishypothesen strukturieren, wissenschaftliche Partner gewinnen, Daten- und Ethikkonzept erstellen, technische Machbarkeit und regulatorische Einordnung prüfen.

Phase 1
2027

Personal Baseline & On-Device-Prototyp

Erste lauffähige Architektur für freiwillige Check-ins, Baseline-Bildung, ausgewählte Sensor-/Health-Daten und erklärbare Interventionen.

Phase 2
2027–2028

Sicherheitsprüfung & Pilot mit bis zu 100 Personen

Usability, Fehlalarme, Datenschutz-Akzeptanz und reale Interventionen werden unter Alltagsbedingungen untersucht.

Phase 3
2028–2029

Erweiterte KI & wissenschaftliche Evaluation

Modelle werden verbessert; eine größere und möglichst standortübergreifende Evaluation mit bis zu 300 Teilnehmenden wird vorbereitet und durchgeführt.

Phase 4
2029–2030

BRÜCKEN CONNECT, Transfer & Skalierungsentscheidung

Soziale Interventionen werden – nur bei positiver Sicherheits- und Ethikbewertung – erprobt. Danach: offen auswerten, transferieren, verändern oder stoppen.

Woran wir Erfolg messen wollen

Ein KI-Projekt in der Suchthilfe darf nicht daran gemessen werden, wie viele Push-Nachrichten es verschickt. Entscheidend ist, ob es Menschen sicher und sinnvoll unterstützt.

  • Verständlichkeit und Akzeptanz der Warnungen;
  • Zahl und Art von Fehlalarmen sowie verpassten relevanten Situationen;
  • Anteil freiwillig angenommener Interventionen;
  • Kontakte zu Mentor, Gruppe, Vertrauensperson oder Peer nach einer Empfehlung;
  • Veränderung subjektiv erlebter Einsamkeit und sozialer Verbundenheit;
  • Nutzungsabbrüche, Widerrufe und Gründe dafür;
  • technische Stabilität, Datenschutz- und Sicherheitsereignisse;
  • Rückfallereignisse und abstinente Verläufe als explorative Ergebnisgrößen – ohne vorschnelle Wirksamkeitsversprechen.

Vorläufiger Gesamtplanungsrahmen: 684.500 €

Der Betrag ist kein bereits bewilligtes Budget und kein Angebot. Er ist ein früher Planungsrahmen für ein mehrjähriges Forschungs-, Entwicklungs-, Pilot- und Transferprojekt. Die tatsächlichen Kosten werden mit Hochschul-, Technik-, Datenschutz- und Förderpartnern konkretisiert.

84.600 €

Fachkonzept, Co-Design & wissenschaftliche Grundlagen

Forschungsdesign, Workshops, Ethik, medizinische und suchtspezifische Fachberatung, Datenspezifikation und Projektvorbereitung.

198.700 €

KI, On-Device-Plattform & Produktentwicklung

Baseline Engine, Early Warning AI, Explainability, iOS-/Android-Komponenten, Backend nur wo erforderlich, UX und Mehrsprachigkeit.

87.300 €

Datenschutz, IT-Sicherheit & Regulatorik

Privacy Engineering, Datenschutz-Folgenabschätzung, Sicherheitsarchitektur, Penetrationstests, rechtliche und regulatorische Begleitung.

118.400 €

Alltags-Pilot bis 100 Teilnehmende

Recruiting, Betreuung, Support, Schulungen, Monitoring, technische Nachsteuerung und sichere Interventionswege.

76.900 €

Erweiterte Evaluation bis 300 Teilnehmende

Wissenschaftliche Begleitung, standortübergreifende Prüfung, Datenanalyse, Ergebnisbericht und Transferempfehlungen.

68.500 €

BRÜCKEN CONNECT & Peer-Sicherheitskonzept

Double-Opt-In-Matching, Peer-Qualifizierung, Schutzmechanismen, Moderation, Safeguarding und kontrollierte Erprobung.

50.100 €

Projektsteuerung, Transparenz, Transfer & Risikopuffer

Controlling, Berichte, Fördermanagement, Kommunikation, Transfer in Hilfestrukturen und unvorhergesehene technische Anforderungen.

Gesamtplanungsrahmen Forschung → Entwicklung → Pilot → Evaluation → Transfer684.500 €

Förderlogik: Das Projekt ist modular angelegt. Eine Kommune, Stiftung oder ein Forschungsförderer muss nicht den Gesamtbetrag tragen. Einzelne Arbeitspakete – etwa On-Device-KI, Datenschutz, Pilotierung, Evaluation oder BRÜCKEN CONNECT – können eigenständig ko-finanziert werden.

Für Bund, Länder, Kommunen, Stiftungen, Forschung und Gesundheitswesen

Wir suchen nicht nur Geldgeber. Wir suchen Partner für ein belastbares Modellprojekt an der Schnittstelle von Suchthilfe, KI, Prävention, sozialer Verbindung und digitaler Souveränität.

  • Bundes- und Landesförderprogramme
  • Kommunen & Gesundheitsämter
  • Universitäten & Hochschulen
  • Universitätskliniken & Suchtmedizin
  • Stiftungen & Soziallotterien
  • Krankenkassen & Reha-Strukturen
  • KI- und Edge-Computing-Partner
  • Datenschutz- & IT-Sicherheitsforschung

Kontakt für Förder- und Forschungspartnerschaften: y.gebel@bruecken-suchthilfe.de

Was eine Förderung möglich macht

Eine Förderung finanziert nicht einfach Software. Sie finanziert die Frage, ob wir ein neues Zeitfenster für Suchthilfe erschließen können: die Stunden, in denen ein Mensch noch nicht rückfällig ist, aber vielleicht bereits Unterstützung braucht.

Wenn das gelingt, könnte aus einem Smartphone, das heute oft Teil der Isolation ist, ein Weg zurück in Beziehung werden: zum Mentor, zur Gruppe, zu einem Freund – oder perspektivisch zu einem freiwillig verfügbaren Menschen in derselben Stadt.

Der ehrliche Stand: Wir entwickeln eine Hypothese, keine fertige Wahrheit.

Das BRÜCKEN Frühwarnsystem existiert heute nicht als validiertes Medizinprodukt und kann keinen Rückfall verlässlich vorhersagen. Wir wissen noch nicht, welche digitalen Merkmale belastbar sind, welche Betriebssystemzugriffe dauerhaft verfügbar sein werden, welche Genauigkeit erreichbar ist oder ob BRÜCKEN CONNECT regulatorisch und praktisch in der beschriebenen Form umgesetzt werden kann.

Genau deshalb ist es ein Forschungs- und Modellprojekt. Wir wollen messen statt behaupten. Ergebnisse, Fehlversuche und notwendige Änderungen sollen transparent dokumentiert werden.

Häufige Fragen

Überwacht mich das Frühwarnsystem?

Nein. Ziel ist ein freiwilliges System mit granularer Einwilligung. Welche Datenquellen genutzt werden, soll verständlich auswählbar, pausierbar und widerrufbar sein. Wo möglich, werden sensible Merkmale lokal verarbeitet.

Liest die KI meine E-Mails oder privaten Nachrichten?

Nicht heimlich und nicht automatisch. Die Analyse eigener Texte ist eine mögliche spätere Forschungsrichtung. Sie kommt nur infrage, wenn sie technisch machbar, rechtlich zulässig, fachlich sinnvoll und ausdrücklich freigegeben ist. Ziel wäre eine möglichst lokale Verarbeitung statt einer zentralen Sammlung privater Kommunikation.

Wird mein Mentor automatisch informiert?

Nein. Eine Warnung soll zunächst der Person selbst gehören. Kontakte zu Mentor, Angehörigen oder Vertrauenspersonen erfolgen nur nach vorher definierten und freiwillig bestätigten Regeln.

Verbindet BRÜCKEN CONNECT zwei Menschen automatisch?

Nein. Die Vision basiert auf Double-Opt-In. Das System darf einen Kontakt vorschlagen. Beide Menschen müssen aktiv zustimmen, bevor eine Verbindung entsteht. Sensible Zustandsdaten der jeweils anderen Person werden nicht offengelegt.

Kann die KI einen Rückfall sicher vorhersagen?

Das wissen wir heute nicht. Genau diese Frage muss wissenschaftlich untersucht werden. Wir wollen keine falsche Sicherheit erzeugen und keine Prozentzahl als Diagnose ausgeben.

Ist das später ein Medizinprodukt?

Das hängt vom konkreten Funktionsumfang und dem rechtlich definierten Zweck ab. Deshalb wird die regulatorische Einordnung bereits während der Entwicklung geprüft. Falls Medizinprodukterecht oder Anforderungen des EU AI Act greifen, müssen sie Bestandteil der Entwicklungs- und Qualitätsprozesse sein.

Was bedeutet „Made in Germany“ hier?

Nicht Nationalismus und kein Werbesiegel. Gemeint ist unser Ziel, verantwortungsvolle KI-Entwicklung, europäische Datenschutzprinzipien, technologische Souveränität, nachvollziehbare Qualität und gesellschaftlichen Nutzen zusammenzudenken.

Ist meine Spende steuerlich absetzbar?

Brücken Suchthilfe e.V. ist gemeinnützig. Für höhere Beträge erhalten Sie nach Geldeingang eine Zuwendungsbestätigung nach amtlichem Muster.

Ausgewählte öffentliche Grundlagen

  • WHO Commission on Social Connection: Einsamkeit betrifft weltweit etwa jeden sechsten Menschen – WHO.
  • Hightech Agenda Deutschland: KI als Schlüsseltechnologie, Transfer und technologische Souveränität – Bundesregierung.
  • Europäische Kommission: Anforderungen an verantwortungsvolle KI im Gesundheitsbereich und High-Risk-Systeme – European Commission.
  • EDPB: Anforderungen an rechtmäßige Verarbeitung und ausdrückliche Einwilligung bei sensiblen Daten – European Data Protection Board.

Vielleicht geht es am Ende nur um zehn Minuten.

Zehn Minuten zwischen „Ich schaffe das allein“ und „Komm, wir reden“. Helfen Sie uns zu erforschen, ob KI diesen Moment früher sichtbar machen und einen Weg zurück zu einem Menschen öffnen kann.

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