Eigenständiges Modellprojekt Recovery & Teilhabe Planung 2027–2030

Nüchterner Kompass – Zurück ins Leben

Nicht nur weg von der Sucht. Sondern zurück in einen Alltag, der trägt.

Ein eigenständiges kommunales Recovery-Modell für Menschen nach Suchterkrankung: mit persönlicher Navigation, realen Orten, konkreten nächsten Schritten und einem Teilhabe-Fonds für kleine Hürden, die im Alltag große Wirkung haben können.

ERKENNENANTWORTENAUFBAUEN

Keine weitere Gesundheits-App. Kein Anhängsel eines anderen Projekts. Der Nüchterne Kompass soll vollständig eigenständig funktionieren – und zugleich eine wichtige dritte Versorgungsebene innerhalb der langfristigen BRÜCKEN-Strategie bilden.

Nüchterner Kompass – Recovery-Modell für soziale Teilhabe und Reintegration nach Suchterkrankung
Recovery & Reintegration Deutsch & Russisch zum Start Konzept- & Förderphase
Abstinent sein ist nicht dasselbe wie wieder im Leben stehen.

Eine Behandlung kann enden. Ein Entzug kann abgeschlossen sein. Ein Mensch kann seit Wochen oder Monaten nicht mehr konsumieren – und trotzdem fehlen Wohnungssicherheit, Tagesstruktur, Arbeit, soziale Kontakte, Bewegung, Vertrauen oder ein Ort, an dem man wieder selbstverständlich dazugehören kann.

Das Projekt in Zahlen – als Planungsziel

100 Tagestrukturierter Kernzeitraum der Begleitung – flexibel anpassbar, kein Heilungsversprechen
bis 150Teilnehmende im ersten größeren Modellbetrieb
30+angestrebte KOMPASS-ORTE im lokalen Partnernetzwerk
4–6qualifizierte und supervidierte Recovery Navigatorinnen und Navigatoren

Eine Lücke, die nach der Behandlung bleibt

Klassische Suchthilfe, Therapie, medizinische Versorgung und Selbsthilfe bleiben unverzichtbar. Der Nüchterne Kompass soll nichts davon ersetzen.

Er setzt dort an, wo eine andere Aufgabe beginnt: Wie wird aus Stabilisierung wieder Alltag? Wie wird aus Hilfe wieder Teilhabe? Und wie findet ein Mensch nach einer langen Suchterkrankung zurück zu Beziehungen, Bewegung, Bildung, Beschäftigung und Zugehörigkeit?

Nicht nur weg von der Sucht.

Sondern zurück ins Leben. Genesung soll nicht dauerhaft nur zwischen Beratungsstelle, Behandlung und Selbsthilfegruppe stattfinden. Irgendwann muss sie auch im normalen Alltag tragfähig werden.

Eigenständig heißt bei uns wirklich eigenständig

Der Nüchterne Kompass ist kein Modul des Frühwarnsystems und keine Verlängerung des Krisen-Chats.

Das Modell soll eine eigene fachliche Logik, eigene Projektsteuerung, eigene Finanzierung, eigene Zugangswege, eigene Qualitätsstandards und eine eigene Evaluation erhalten.

Ein Mensch soll den Kompass vollständig nutzen können, ohne jemals das BRÜCKEN Frühwarnsystem oder den Krisen-Chat verwendet zu haben.

✓ keine KI erforderlich ✓ keine App erforderlich ✓ kein vorheriger Krisenkontakt ✓ eigener Förderweg

Drei Ebenen – eine gemeinsame Richtung

Die BRÜCKEN-Projekte sollen sich ergänzen, ohne sich gegenseitig vorauszusetzen.

1
ERKENNT

Frühwarnsystem

Untersucht freiwillig, ob sich persönliche Muster so verändern, dass ein früher Unterstützungsimpuls sinnvoll sein könnte.

2
ANTWORTET

Krisen-Chat

Schafft in belastenden Momenten einen geschützten schriftlichen Weg zu qualifizierter menschlicher Begleitung.

3
BAUT AUF

Nüchterner Kompass

Begleitet nach Krise, Behandlung oder früher Stabilisierung beim Aufbau eines tragfähigeren Alltags und realer gesellschaftlicher Teilhabe.

Und BRÜCKEN CONNECT? CONNECT bleibt perspektivisch eine freiwillige Verbindungsfunktion innerhalb der digitalen Strategie: ein möglicher Übergang zu Mensch, Gruppe oder realer Begegnung. Es ist nicht der Nüchterne Kompass. Der Kompass ist ein eigenständiges Recovery-Modell, das einen freiwilligen Übergang aus anderen BRÜCKEN-Angeboten annehmen kann – aber nicht davon abhängt.

Unsere zentrale Idee: Die Stadt wird Teil der Genesung

Ein Mensch in Genesung braucht irgendwann wieder Orte, an denen er nicht in erster Linie Patient, Klient oder „Suchtkranker“ ist. Er braucht Orte, an denen er wieder Teilnehmer, Nachbar, Sportler, Kursteilnehmer, Kollege, Ehrenamtlicher, Vater, Mutter oder Freund sein kann.

Deshalb soll der Nüchterne Kompass nicht nur Kontakte zur Suchthilfe vermitteln. Er soll ein lokales Netz aus realen Möglichkeiten aufbauen.

Sport & BewegungBildungKulturBeratungArbeit & AusbildungVereineFamilieMigrationKommunale AngeboteSelbsthilfe

1 · Der persönliche KOMPASS-PLAN

Am Anfang steht keine Diagnose und kein algorithmischer Score. Am Anfang steht eine einfache Frage: Wo stehe ich heute – und was würde mein Leben konkret stabiler machen?

Gemeinsam mit einem Recovery Navigator werden wenige relevante Lebensbereiche betrachtet. Aus ihnen entsteht kein Hilfeplan mit zwanzig Aufgaben, sondern eine überschaubare Zahl konkreter nächster Schritte.

Wohnen

Ist die Wohnsituation stabil? Gibt es Konflikte, Wohnungslosigkeit oder drohenden Wohnungsverlust?

Arbeit & Bildung

Gibt es Arbeit, Ausbildung, Qualifizierung oder eine realistische nächste Perspektive?

Alltag

Gibt es Tagesstruktur, Schlafrhythmus, Termine und Routinen, die Halt geben?

Beziehungen

Welche Kontakte tragen? Welche Beziehungen belasten? Wo fehlt soziale Verbindung?

Gesundheit

Welche medizinische, psychotherapeutische oder suchtspezifische Unterstützung besteht bereits?

Bewegung & Freizeit

Welche Aktivitäten können Freude, Struktur und Begegnung ermöglichen?

Finanzen & Behörden

Gibt es Schulden, ungeklärte Schreiben, fehlende Dokumente oder andere praktische Barrieren?

Zugehörigkeit & Perspektive

Wo erlebt der Mensch Sinn, Anerkennung und das Gefühl, wieder Teil der Gesellschaft zu sein?

2 · Recovery Navigator: Ein Mensch geht ein Stück mit

Technik kann Informationen sortieren. Aber jemanden zum ersten Termin begleiten, gemeinsam ein schwieriges Schreiben ordnen oder beim ersten Besuch eines neuen Ortes dabei sein kann sie nicht.

Recovery Navigatorinnen und Navigatoren sollen Menschen mit eigener Genesungserfahrung oder besonders geeigneter sozialer Erfahrung sein, die für diese Rolle qualifiziert, fachlich begleitet und regelmäßig supervidiert werden.

Was Navigatoren tun können

Orientieren, motivieren, gemeinsam einen nächsten Schritt planen, passende Angebote finden, erste Kontakte erleichtern und den Übergang in reale Teilhabe begleiten.

Was Navigatoren nicht sind

Keine Therapeutinnen oder Therapeuten, keine medizinische Versorgung und kein Ersatz für professionelle Suchtberatung, Psychiatrie oder Krisenmedizin.

Qualifizierung gehört zum Modell

  • Rollenverständnis, Grenzen und Nähe/Distanz
  • Recovery-orientierte Gesprächsführung
  • Krisenerkennung und definierte Weiterleitungswege
  • Datenschutz, Dokumentation und Safeguarding
  • Kenntnisse der lokalen Hilfelandschaft
  • interkulturelle Sensibilität und Mehrsprachigkeit
  • Selbstfürsorge und regelmäßige Supervision

Eigene Erfahrung ist wertvoll.

Professionelle Struktur macht sie sicher nutzbar.

3 · 100 TAGE ZURÜCK INS LEBEN

Als Kern des Pilotmodells wollen wir eine strukturierte Begleitung über ungefähr 100 Tage erproben. Die 100 Tage sind kein Heilungsversprechen und kein „Nüchternheits-Challenge“. Sie sind ein überschaubarer gemeinsamer Arbeitszeitraum, der praktisch umsetzbar und evaluierbar ist.

Tag 1–10

ORIENTIEREN

Wo stehe ich? Was funktioniert bereits? Was belastet mich? Was muss nicht heute gelöst werden – und welcher erste Schritt wäre tatsächlich machbar?

Tag 11–30

STABILISIEREN

Bestehende Hilfen sichern, Tagesstruktur aufbauen, akute praktische Barrieren bearbeiten und erste verlässliche Kontakte herstellen.

Tag 31–60

TEILNEHMEN

Raus aus der reinen Hilfestruktur: Sport, Kurs, Verein, Bildung, Ehrenamt oder eine andere regelmäßige Aktivität im normalen gesellschaftlichen Leben.

Tag 61–90

AUFBAUEN

Was trägt? Welche Beziehungen, Routinen, Tätigkeiten und Hilfen sollen dauerhaft bleiben? Was muss verändert werden?

Tag 91–100

WEITERGEHEN

Was funktioniert inzwischen selbstständig? Welche Kontakte bleiben? Welche professionelle Hilfe wird weiter benötigt? Wie sieht der nächste Abschnitt aus?

Ziel ist nicht Abhängigkeit von einem neuen Hilfesystem. Ziel ist mehr eigene Handlungsfähigkeit.

4 · KOMPASS-ORTE: Reale Türen zurück in die Teilhabe

Ein KOMPASS-ORT muss keine Suchthilfeeinrichtung sein. Im Gegenteil. Es kann ein Sportverein, Kulturzentrum, Bildungsträger, sozialer Betrieb, Arbeitgeber oder anderer geeigneter Partner sein.

Im Pilot soll gemeinsam mit Partnern ein einfacher, transparenter Qualitätsrahmen entwickelt werden. Mögliche Kriterien sind eine feste Ansprechperson, respektvoller und nicht stigmatisierender Umgang, klare Zuständigkeitsgrenzen, transparente Kosten, niedrigschwellige Erstkontakte und definierte Rückwege zu professioneller Hilfe.

Wichtig: Die Bezeichnung KOMPASS-ORT soll im Pilot zunächst eine Projektkennzeichnung und keine formelle Zertifizierung darstellen. Erst die Evaluation soll zeigen, ob daraus später ein übertragbarer Qualitätsstandard entstehen kann.

5 · KOMPASS-FONDS: Wenn 29 Euro den nächsten Schritt blockieren

Kleine Summe. Konkreter nächster Schritt.

Manchmal scheitert Teilhabe nicht an Motivation, sondern an einer Fahrkarte, einem ersten Vereinsbeitrag, Arbeitskleidung oder einer Kursgebühr. Genau für solche klar definierten praktischen Hindernisse soll ein projektgebundener Teilhabe-Fonds entwickelt werden.

Mobilität
z. B. notwendige Wege zu Kurs, Gruppe, Beratung oder Aktivität
Teilnahme
z. B. begründete Kurs- oder anteilige Vereinskosten
Arbeit & Bildung
z. B. notwendige Ausstattung oder konkrete Qualifizierungsschritte
Andere kleine Barrieren
nur nach transparenten, dokumentierten Vergaberegeln

Kein Bargeld-Fonds: Vorgesehen ist keine freie Barauszahlung. Geprüft werden sollen Direktzahlungen, Gutscheine oder beleggebundene Erstattungen. Die endgültigen Regeln werden mit Förderpartnern und steuer-/gemeinnützigkeitsrechtlicher Beratung festgelegt.

6 · Bewusst keine neue Gesundheits-App

Technologie darf unterstützen. Sie ist nicht das Produkt.

Digitale Werkzeuge können intern bei Terminorganisation, einem freiwilligen Kompass-Plan, Partnerverzeichnissen, Mehrsprachigkeit oder Evaluation helfen. Aber niemand soll ein Smartphone, eine KI oder ein anderes BRÜCKEN-Digitalprojekt benötigen, um am Kompass teilzunehmen.

Das eigentliche Produkt ist funktionierende Verbindung zwischen Mensch und realem Leben.

Für wen ist der Nüchterne Kompass gedacht?

  • Menschen nach Entgiftung, Therapie oder Rehabilitation
  • Menschen in früher oder stabilisierter Abstinenz
  • Menschen nach einer bewältigten Rückfall- oder Krisenphase
  • Menschen, die professionelle Behandlung nutzen, aber zusätzliche soziale Orientierung benötigen
  • Menschen, deren Genesung durch Einsamkeit, fehlende Tagesstruktur, Arbeitslosigkeit, instabiles Wohnen oder andere soziale Belastungen erschwert wird
  • Menschen, die nach einer längeren Suchterkrankung gesellschaftliche Beziehungen neu aufbauen müssen
  • Menschen, die aufgrund von Sprache, Migrationserfahrung oder anderen Barrieren schwerer Anschluss an bestehende Angebote finden

Zum Start soll das Modell mindestens auf Deutsch und Russisch zugänglich sein. Weitere Sprachen sollen abhängig von Bedarf, Partnerstruktur und Finanzierung ergänzt werden.

Was der Kompass nicht ersetzt

Keine Behandlung

Kein Ersatz für medizinische Behandlung, Psychotherapie, Entzug oder Rehabilitation.

Keine Krisenmedizin

Bei akuter medizinischer oder psychischer Gefahr gelten die bestehenden professionellen Notfallwege.

Keine Parallel-Suchtberatung

Der Kompass soll bestehende Fachangebote ergänzen und Übergänge erleichtern, nicht vorhandene Strukturen kopieren.

Keine Dauerabhängigkeit

Begleitung soll mit wachsender Eigenständigkeit enden können. Das Ziel ist Teilhabe, nicht Bindung an ein neues System.

Woran wir Wirkung messen wollen

Ein Recovery-Projekt ist nicht erfolgreich, weil viele Formulare ausgefüllt oder Kontakte vermittelt wurden. Entscheidend ist, ob sich im realen Alltag etwas verändert. Deshalb soll eine unabhängige wissenschaftliche Begleitung angestrebt werden.

Zugang

Wer erreicht das Projekt – und welche Menschen werden von klassischen Angeboten bislang schlechter erreicht?

Bindung

Wie viele Teilnehmende bleiben im vereinbarten Prozess? Wo entstehen Abbrüche und warum?

Teilhabe

Entstehen regelmäßige Aktivitäten außerhalb der klassischen Hilfestruktur?

Soziale Verbindung

Verändern sich erlebte Einsamkeit, Zugehörigkeit und tragfähige Kontakte?

Handlungsfähigkeit

Erleben Teilnehmende mehr Selbstwirksamkeit und Orientierung im Alltag?

Wohnen, Arbeit & Bildung

Können relevante Belastungen stabilisiert oder geeignete weiterführende Hilfen erreicht werden?

Peer Navigation

Was wird als hilfreich erlebt? Wo entstehen Grenzen, Belastungen oder Risiken?

Kompass-Fonds

Welche kleinen finanziellen Hürden treten tatsächlich auf – und welche Unterstützung ermöglicht reale nächste Schritte?

Abstinenz- und Rückfallverläufe können – sofern fachlich, ethisch und datenschutzrechtlich sinnvoll – explorativ betrachtet werden. Der Nüchterne Kompass verspricht keine künstliche Rückfallverhinderungsquote.

Co-Design: Nicht über Menschen hinweg entwickeln

Menschen mit eigener Suchterfahrung sollen an der Entwicklung beteiligt werden. Geplant ist ein Co-Design mit Betroffenen, Angehörigen, Suchthilfe, Sozialarbeit, Selbsthilfe, Wissenschaft, Kommunen sowie Arbeits-, Bildungs-, Sport- und Kulturakteuren.

Ein wissenschaftlicher Partner soll insbesondere Evaluationsdesign, geeignete Messinstrumente, Datenschutz und Transferfähigkeit begleiten.

Vorläufiger Entwicklungsplan

2026 / 27

Phase 0 · Fachkonzept & Partner

Bedarfsanalyse, Co-Design, Rollenmodell, Safeguarding, Finanzierung, Förderanträge, wissenschaftliche Partnerschaft und erstes kommunales Netzwerk.

2027

Phase 1 · Modell entwickeln

Kompass-Plan, Navigator-Curriculum, Supervision, Fondsregeln, Qualitätsrahmen für KOMPASS-ORTE und Evaluationsdesign.

2027–28

Phase 2 · Erster Praxis-Pilot

Erste Teilnehmende aufnehmen, Navigatoren einsetzen, Teilhabe-Fonds erproben und KOMPASS-ORTE praktisch testen.

2028–29

Phase 3 · Modellbetrieb & Evaluation

Ausweitung auf bis zu 150 Teilnehmende, strukturierte Evaluation, Anpassung der Methode und Ausbau des Partnernetzwerks.

2029–30

Phase 4 · Transfer entscheiden

Ergebnisse veröffentlichen. Was funktioniert, wird standardisiert. Was nicht funktioniert, wird verändert oder beendet. Danach wird über NRW-, Bundes- oder europäischen Transfer entschieden.

Planungsrahmen 2027–2030: 372.800 €

Diese Summe richtet sich an institutionelle Förderpartner – nicht als Erwartung an einzelne Spenderinnen und Spender. Sie ist ein früher Gesamtplanungsrahmen für ein mehrjähriges Modellprojekt und noch keine bewilligte Fördersumme oder endgültige Kostenkalkulation.

Vorläufiger Gesamtplanungsrahmen372.800 €
42.700 €

Fachkonzept, Co-Design & Projektaufbau

Bedarfsanalyse, Beteiligung, Fachberatung, Rollen- und Schutzkonzept, lokale Netzwerkanalyse und Projektvorbereitung.

128.500 €

Recovery Navigation & fachliche Begleitung

Personal, Koordination, Qualifizierung, Supervision, Begleitung der Teilnehmenden und Qualitätssicherung.

39.800 €

KOMPASS-ORTE & kommunales Netzwerk

Partnergewinnung, Koordination, Schulungen, Qualitätsrahmen, Veranstaltungen und Transferstruktur.

58.400 €

KOMPASS-FONDS für Teilhabe

Projektgebundene Mittel zur Beseitigung konkreter kleiner Barrieren nach transparenten Vergaberegeln.

44.600 €

Wissenschaftliche Evaluation

Evaluationsdesign, Datenerhebung, qualitative und quantitative Auswertung, Wirkungsbericht und Transferempfehlungen.

18.900 €

Mehrsprachigkeit & Barrierearmut

Übersetzungen, barrierearme Materialien und unterstützende freiwillige Organisationswerkzeuge.

16.300 €

Safeguarding, Recht & Qualitätsstruktur

Datenschutz, Versicherungs- und Haftungsfragen, Prüfung des Fondsmodells, Schutzkonzepte und externe Fachberatung.

23.600 €

Projektsteuerung, Transparenz, Transfer & Reserve

Controlling, Fördermanagement, Dokumentation, Kommunikation, Transfermaterialien und begrenzter Risikopuffer.

Modular förderbar: Kommunen, Länder, Stiftungen, Unternehmen oder andere Partner müssen nicht das Gesamtprojekt finanzieren. Einzelne Arbeitspakete können – je nach Förderfähigkeit und Förderbedingungen – separat oder gemeinsam kofinanziert werden.

Zwei Finanzierungswelten – eine Wirkung

Für öffentliche & institutionelle Förderer

Hier geht es um das Gesamtmodell: Struktur, Personal, Pilotbetrieb, Qualität, Evaluation und Transfer. Der vollständige Planungsrahmen ist deshalb transparent sichtbar.

Förderlogik: Modellprojekt statt Einzelmaßnahme.

Für Bürgerinnen & Bürger

Niemand muss „372.800 Euro finanzieren“. Private Spenden tragen konkrete Projektbausteine und Teilhabeschritte mit.

Fundraising-Logik: verständlicher nächster Schritt statt abstraktes Millionenbudget.

1.000 SCHRITTE ZURÜCK INS LEBEN

Für die öffentliche Spendenkampagne soll nicht die Millionenzahl im Mittelpunkt stehen, sondern das gemeinsame erste Ziel:

1.000KOMPASS-Schritte als erstes öffentliches Kampagnenziel

Ein Schritt kann Mobilität, einen Kurs, einen ersten Vereinskontakt, eine notwendige Ausstattung oder einen anderen begründeten Teilhabebaustein mitfinanzieren. Die konkrete Verwendung folgt den später festgelegten Projekt- und Fondsregeln.

Transparenz: Einen tatsächlichen Fortschrittszähler veröffentlichen wir erst nach Kampagnenstart und nur auf Grundlage realer Buchungs- bzw. Projektdaten. Keine erfundenen Fortschrittszahlen.

Warum der Ansatz förderpolitisch anschlussfähig ist

Recovery und soziale Reintegration werden auf europäischer Ebene ausdrücklich gemeinsam mit Behandlung gedacht. Die EU Drugs Strategy 2026–2030 betont Recovery, soziale Reintegration und die Zusammenarbeit von Gesundheits-, Sozial- und Beschäftigungsstrukturen. Der ESF Plus setzt in Deutschland unter anderem Schwerpunkte bei sozialer Inklusion und sozialen Innovationen.

Das bedeutet nicht, dass ein bestimmter Fördertopf bereits zugesagt oder automatisch passend ist. Für jeden Antrag müssen Förderaufruf, Zielgruppe, Förderquote, Laufzeit und Antragsberechtigung separat geprüft werden.

Vom lokalen Pilot zum European Recovery Compass

Wenn das Modell in Deutschland tragfähig ist, soll es so dokumentiert werden, dass nicht jede Region wieder bei null anfangen muss. Daraus kann perspektivisch der European Recovery Compass als übertragbares Community-Modell entstehen – nicht als europäische Mega-App.

1 · Düsseldorf / HildenModell entwickeln und praktisch erproben
2 · NRWÜbertragbarkeit in mehreren Kommunen vergleichen
3 · DeutschlandMethodik, Curriculum und Evaluation standardisieren
4 · Europalokal adaptierbarer Transfer mit Partnerorganisationen

Übertragbar wären insbesondere Recovery Navigation, 100-Tage-Modell, Kompass-Plan, Navigator-Curriculum, Safeguarding, KOMPASS-ORTE, Teilhabe-Fonds und ein gemeinsamer Evaluationsrahmen. Lokal bleiben Hilfesysteme, Sozialleistungen, Sprachen, Partner und Arbeitsmarktstrukturen.

Transparenz statt großer Versprechen

Der Nüchterne Kompass ist heute ein eigenständiges Modellkonzept in Konzept- und Förderphase. Es gibt noch keinen laufenden 100-Tage-Pilot, kein flächendeckendes Netz von KOMPASS-ORTEN und keinen bereits finanzierten Teilhabe-Fonds.

  • Wir versprechen nicht: „100 Tage und ein Mensch ist geheilt.“
  • Wir versprechen nicht: „Jeder Kompass-Schritt verhindert einen Rückfall.“
  • Wir versprechen nicht: „Eine soziale Maßnahme löst alle Folgen einer Suchterkrankung.“

Unser Anspruch: entwickeln, erproben, messen, offen berichten und verbessern.

Häufige Fragen

Ist der Nüchterne Kompass eine App?

Nein. Der Kompass ist als eigenständiges Recovery- und Teilhabemodell geplant. Digitale Werkzeuge können organisatorisch unterstützen, sind aber nicht Voraussetzung.

Brauche ich das Frühwarnsystem oder den Krisen-Chat?

Nein. Der Kompass soll vollständig eigenständig funktionieren. Freiwillige Übergänge zwischen BRÜCKEN-Angeboten können später möglich sein, wenn die betroffene Person das ausdrücklich möchte.

Was ist BRÜCKEN CONNECT in diesem Zusammenhang?

CONNECT ist perspektivisch eine freiwillige Verbindungsfunktion innerhalb der digitalen BRÜCKEN-Strategie. Der Nüchterne Kompass ist dagegen ein eigenes Recovery-Modell mit eigenem Zugang, eigener Finanzierung und eigener Evaluation.

Bekommen Teilnehmende Geld aus dem KOMPASS-FONDS?

Kein frei verfügbares Bargeld. Geplant ist eine transparente, dokumentierte und gemeinnützigkeitsrechtlich geprüfte Struktur, zum Beispiel über Direktzahlungen, Gutscheine oder beleggebundene Erstattungen für konkrete Teilhabebarrieren.

Sind die 372.800 € bereits bewilligt?

Nein. Das ist ein vorläufiger Gesamtplanungsrahmen. Exakte Kosten und tatsächlicher Förderbedarf werden anhand von Laufzeit, Personal, Partnern, Angeboten und Förderbedingungen konkretisiert.

Ist meine Spende steuerlich absetzbar?

Brücken Suchthilfe e.V. ist gemeinnützig. Bis 300 Euro genügt dem Finanzamt in der Regel Ihr Kontoauszug; für höhere Beträge erhalten Sie nach Geldeingang eine Zuwendungsbestätigung nach amtlichem Muster.

Nicht nur nüchtern. Wieder mittendrin.

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