Co-Projekt zum Frühwarnsystem Pilotziel 2027/2028 Planungsrahmen 186.050 €

KRISEN-CHAT: Wenn Schreiben leichter ist als Anrufen

Ein eigener, geschützter digitaler Raum für den Moment, in dem ein Mensch nicht noch eine Information braucht – sondern einen Menschen, der antwortet.

Entwickelt aus unserer heutigen Erfahrung mit WhatsApp und Telegram: ein eigener geschützter Brücken-Kanal für textbasierten Kontakt mit qualifizierter Fachbegleitung – pseudonym nutzbar, auf Deutsch und Russisch, mit klaren Krisenwegen und perspektivisch direkt verbunden mit dem BRÜCKEN Frühwarnsystem.

BRÜCKEN Krisen-Chat – geschützter digitaler Krisenraum mit menschlicher Fachbegleitung
Digitale Krisenintervention Mensch antwortet · kein Chatbot Entwicklungsphase
Technologie soll hier nicht das Gespräch ersetzen. Sie soll aus dem einfachen digitalen Erstkontakt, den Menschen bei Brücken schon heute nutzen, einen sicheren Weg machen: schreiben, verstanden werden, den nächsten Schritt finden – ohne dass ein Bot das menschliche Gespräch übernimmt.

Manchmal ist Schreiben leichter als Anrufen

Eine Krise hält sich nicht an einen Kalender. Sie kann nach einem Streit beginnen, nach drei schlechten Nächten oder nach einer Nachricht von früher. Gerade dann fällt ein Telefonat vielen Menschen schwer – während ein erster geschriebener Satz noch möglich ist.

Sie kann auch um 00:47 Uhr beginnen. Eine Nachricht kann in diesem Moment bereits ein erster Schritt aus der Isolation sein. Der Krisen-Chat soll diesen Schritt sicherer, klarer und fachlich anschlussfähig machen – ohne eine Erreichbarkeit zu versprechen, die personell noch nicht gesichert ist.

Ein möglicher Moment

Ein Mensch sitzt allein zu Hause. Er hat noch nichts konsumiert. Er möchte seine Familie nicht wecken. Einen Rettungsdienst braucht er nicht. Aber allein bleiben will er eigentlich auch nicht.

In diesem Moment braucht er vielleicht keine App. Er braucht den Satz: „Ich bin da. Schreib mir, was gerade los ist.“

Das Projekt in Zahlen – als Planungsziel

2026–2028Konzeption, Entwicklung, Pilotierung und Auswertung
250freiwillige Nutzerinnen und Nutzer als Pilot-Zielgröße
12 Monategeplanter Pilotbetrieb mit Evaluation
jederzeitNachricht senden; menschliche Antwort nach transparent veröffentlichtem Erreichbarkeitsmodell
2 SprachenDeutsch und Russisch zum Start, später erweiterbar
186.050 €vorläufiger Gesamtplanungsrahmen inklusive Eigenleistung und modularer Förderung

Ein Co-Projekt – aber kein Anhängsel

Der Krisen-Chat soll eigenständig funktionieren. Jeder Mensch soll ihn öffnen können, auch ohne BRÜCKEN Frühwarnsystem. Gleichzeitig ist er die natürliche menschliche Interventionsebene unserer langfristigen digitalen Strategie.

1 · FrühwarnsystemERKENNTEine freiwillige KI untersucht Veränderungen gegenüber der persönlichen stabilen Baseline.
2 · Krisen-ChatANTWORTETEin geschützter Kanal öffnet den direkten Weg zu einer Fachkraft – ohne dass ein Algorithmus das Gespräch übernimmt.
3 · BRÜCKEN CONNECTVERBINDETPerspektivisch kann daraus mit Einwilligung ein Weg zu Mentor, Gruppe oder realer menschlicher Begegnung entstehen.

Unsere Rollenverteilung ist bewusst einfach

KI kann einen Moment erkennen. Der Krisen-Chat gibt diesem Moment eine menschliche Antwort.

ERREICHEN → SCHREIBEN → STABILISIEREN → VERBINDEN

ERREICHENohne Messenger-Gruppe und mit möglichst wenigen Hürden in den geschützten Raum kommen
SCHREIBENmit einer realen Fachkraft kommunizieren – ruhig, textbasiert und auf Wunsch pseudonym
STABILISIERENden nächsten machbaren Schritt finden statt das ganze Leben in einer Nacht lösen zu wollen
VERBINDENbei Einwilligung zu Gruppe, Mentor, Behandlung, Vertrauensperson oder später BRÜCKEN CONNECT überleiten

Was wir konkret bauen wollen

Kein soziales Netzwerk. Kein Feed. Keine Likes. Kein endloses Scrollen. Der Krisen-Chat soll ein bewusst ruhiger digitaler Raum sein, der nur eine Aufgabe hat: Hilfe erreichbar machen.

Eigene App für iOS und Android

Ein separater, klar erkennbarer Schutzraum statt privater Messenger-Kontakte. Ergänzend soll ein sicherer Browserzugang geprüft werden.

eigener Hilfekanal

„Jetzt schreiben“ in wenigen Schritten

Keine lange Anamnese vor dem ersten Satz. Zuerst Kontakt ermöglichen, dann gemeinsam klären, was gerade gebraucht wird.

niedrigschwellig

Pseudonym statt öffentlicher Identität

Der echte Name soll für das normale Gespräch nicht im Vordergrund stehen. Welche minimalen technischen Daten tatsächlich nötig sind, wird datenschutzrechtlich sauber festgelegt.

Privacy by Design

Transparente Warteschlange

Wenn niemand sofort frei ist, zeigt das System ehrlich an, dass gewartet werden muss. Keine fingierte Sofortantwort und kein Bot, der sich als Mensch ausgibt.

ehrliche Erreichbarkeit

Ruhiger Warteraum

Während des Wartens können freiwillige kurze Übungen, der persönliche Krisenplan und vorhandene Notfallkontakte geöffnet werden – ohne den eigentlichen Chat zu ersetzen.

Zeit überbrücken

Verlauf nur unter Kontrolle des Nutzers

Die Person soll entscheiden können, ob eine Fachkraft frühere Gespräche sehen darf oder ob eine neue Sitzung ohne alten Gesprächskontext beginnt.

Kontrolle behalten

Follow-up am nächsten Tag

Wenn gewünscht, kann nach dem Krisengespräch ein kurzer Folgetermin vereinbart werden: „Wie war die Nacht? Was brauchen Sie heute?“

Brücke bis morgen

Eigener Weg für Angehörige

Auch Partner, Eltern oder erwachsene Kinder erleben akute Belastungsmomente. Ein eigener Einstieg verhindert, dass unterschiedliche Bedürfnisse vermischt werden.

Angehörige mitdenken

Die wichtigste Produktentscheidung: Ein Mensch antwortet

Gerade weil KI leistungsfähiger wird, wollen wir eine Grenze bewusst ziehen: Der BRÜCKEN Krisen-Chat soll im Kern keine autonome KI-Beratung sein.

Fachkraft im Dialog

Das Gespräch wird von qualifizierter menschlicher Begleitung geführt. Die konkrete Qualifikationsstruktur wird im Fachkonzept festgelegt.

KI höchstens im Hintergrund

Perspektivisch denkbar sind freiwillige Übersetzung, Routing oder Zusammenfassung – niemals eine versteckte KI, die sich als Fachkraft ausgibt.

Supervision gehört dazu

Krisenarbeit belastet auch Helfende. Regelmäßige Supervision, klare Übergaben und Grenzen sind Teil der Versorgungsqualität, nicht Zusatzkosten.

Das Projekt soll deshalb nicht danach bewertet werden, wie viele Gespräche eine KI automatisieren kann. Sondern danach, ob ein Mensch in einem schwierigen Moment schneller einen geeigneten menschlichen Kontakt erreicht.

Die Verbindung zum Frühwarnsystem: eine freiwillige Context Card

Wenn ein Nutzer beide Projekte verwendet, soll eine Übergabe möglich sein – aber nur nach ausdrücklicher Zustimmung. Die Fachkraft braucht nicht den kompletten digitalen Alltag eines Menschen. Sie braucht gegebenenfalls drei verständliche Informationen, die den Einstieg erleichtern.

Beispiel einer freiwilligen Übergabe

„Ich möchte jetzt mit einer Fachkraft schreiben und diese kurze Zusammenfassung freigeben.“

VeränderungSchlaf und Tagesrhythmus waren in den vergangenen 36 Stunden deutlich anders als die persönliche stabile Baseline.
Selbstangabe„Hohe innere Unruhe, Suchtdruck 7/10.“
Wunsch„Ich möchte erst schreiben. Bitte niemanden automatisch anrufen.“

Nicht übertragen werden sollen automatisch: komplette E-Mails, Nachrichteninhalte, Kontaktlisten, Rohdaten der Gerätenutzung oder ein angeblicher „Rückfallscore“. Die Person entscheidet, welcher Kontext das Gespräch begleiten darf.

So könnte eine Nacht aussehen

Beispielszenario – freiwillige Nutzung, keine Leistungszusage
00:41

Eine Person merkt selbst, dass der Abend kippt – oder erhält aus dem Frühwarnsystem eine ruhige Empfehlung: „Möchtest du mit jemandem schreiben?“

00:42

Sie öffnet den Krisen-Chat und wählt: „Suchtdruck / ich möchte gerade nicht allein sein.“ Ein echter Name ist für den Gesprächseinstieg nicht erforderlich.

00:44

Eine Fachkraft übernimmt den Chat. Wenn keine Fachkraft unmittelbar frei ist, zeigt das System transparent die Wartesituation.

00:55

Im Gespräch wird nicht versucht, das ganze Leben zu lösen. Ziel ist der nächste sichere Schritt: trinken vermeiden, schlafen, Kontaktperson anrufen, Abstand zu einer Situation schaffen, Gruppe für morgen planen oder bei medizinischer Gefahr Notfallhilfe nutzen.

01:12

Die Person entscheidet, ob sie einen Follow-up für den nächsten Tag möchte und ob eine weitere Brücke – Mentor, Gruppe oder andere Hilfe – aufgebaut werden soll.

Anonymität – aber nicht mit falschen Versprechen

Ein Krisenangebot muss Vertrauen schaffen. Gleichzeitig wäre es unseriös zu behaupten, eine technisch betriebene App könne ohne jedes technische Datum funktionieren. Deshalb soll das Datenschutzkonzept klar unterscheiden zwischen öffentlicher Identität, fachlichem Gespräch und technisch notwendigen Betriebsdaten.

Pseudonyme Nutzung

Im normalen Gespräch soll ein Nickname oder eine pseudonyme Kennung genügen, soweit technisch und rechtlich möglich.

Datenminimierung

Nur Informationen speichern, die für Sicherheit, Gespräch und ausdrücklich gewünschte Kontinuität erforderlich sind.

Lösch- und Pausenlogik

Gesprächsverläufe und gespeicherter Kontext sollen nachvollziehbar verwaltet und, soweit rechtlich möglich, gelöscht werden können.

Keine Werbenutzung

Krisengespräche, Suchtdruck und Gesundheitsinformationen dürfen kein Werbeprofil werden.

Notfallfunktion: freiwillige Freigabe statt heimlicher Ortung

Der Krisen-Chat ersetzt keinen Rettungsdienst und keine medizinische Akutversorgung. Gerade bei Entzugskomplikationen, akuter Eigen- oder Fremdgefährdung oder anderen medizinischen Notfällen braucht es klare Grenzen.

Perspektivische SOS-Freigabe

Wir wollen prüfen, ob Nutzer in einer akuten Situation aktiv und zeitlich begrenzt ihren Standort oder notwendige Identitätsdaten freigeben können, damit ein geeigneter Notfallweg leichter eingeleitet werden kann. Keine dauerhafte Standortüberwachung und keine versteckte Freigabe.

Die konkrete Notfalllogik wird mit Fachberatung, Datenschutz und den zuständigen Versorgungspartnern entwickelt. Bei unmittelbarer Lebensgefahr gilt weiterhin: 112.

Wir beginnen nicht bei null

Brücken Suchthilfe hat bereits einen großen Teil seiner digitalen Zugangsstruktur in Eigenarbeit aufgebaut. Unsere Website, mehrsprachige Hilfswege und die direkte Erreichbarkeit über WhatsApp und Telegram sind nicht das Gegenargument zu diesem Projekt – sie sind sein Ausgangspunkt.

Eigenleistung hat den Weg geöffnet. Förderung soll ihn professionell absichern.

Wir haben bereits gezeigt, dass wir digitale Wege selbst entwickeln und im Alltag betreiben können. Der nächste Schritt ist jedoch kein weiteres Website-Feature. Ein geschützter Krisenraum braucht Rollen und Berechtigungen, sichere Gesprächsübergaben, dokumentierte Krisenprozesse, Datenschutz, externe Sicherheitsprüfung, Supervision und messbare Qualitätsstandards.

Genau deshalb ist vorhandene Eigenentwicklung für Förderpartner ein Vorteil: Mittel fließen nicht in einen Neustart auf der grünen Wiese, sondern in die Professionalisierung einer bereits genutzten digitalen Brücke.

Warum ein eigenes System statt WhatsApp oder Telegram?

WhatsApp und Telegram sollen bleiben. Sie sind ein niedrigschwelliger erster Kontakt und zeigen uns bereits heute, dass Menschen lieber schreiben, wenn Anrufen zu schwer ist. Der Krisen-Chat ersetzt diese Türen nicht. Er ergänzt sie um einen eigenen Brücken-Raum für besonders sensible Gespräche und strukturierte Weiterbegleitung.

  • klare Rollen und Dienstübergaben statt persönlicher Erreichbarkeit einzelner Helfender;
  • transparente Warteschlange und definierte Servicezeiten;
  • Supervision und dokumentierte Qualitätsstandards;
  • kontrollierte Gesprächshistorie und Datenschutzkonzept;
  • Notfall- und Eskalationswege;
  • direkte Verbindung zu Frühwarnsystem, Gruppen und weiteren Hilfen;
  • Evaluation statt bloßer Hoffnung, dass „Chat irgendwie hilft“.

Wir wollen bestehende digitale Suchthilfe ergänzen – nicht kopieren

Deutschland verfügt mit DigiSucht bereits über eine öffentlich geförderte digitale Suchtberatung. Nach Angaben der Plattform beteiligen sich inzwischen mehr als 500 Beratungsstellen in 14 Bundesländern. Das zeigt: Digitale Suchthilfe ist kein Randthema mehr.

Unser geplanter Krisen-Chat setzt bewusst einen engeren Schwerpunkt: den direkten schriftlichen Zugang in belastenden und zeitkritischen Momenten, die Integration in die BRÜCKEN Hilfestruktur und perspektivisch die freiwillige Übergabe aus einem Frühwarnsystem.

Wo Kooperation sinnvoll ist, soll das Projekt Anschlussfähigkeit an bestehende Beratungs- und Versorgungssysteme suchen – statt parallele Strukturen um ihrer selbst willen aufzubauen.

Unser Entwicklungsplan

Sep.–Dez. 2026

Phase 1 · Fachkonzept und Sicherheitsarchitektur

Co-Design mit Betroffenen, Gesprächsstandards, Qualifikationsprofil, Dienst- und Eskalationswege, Datenschutz-Folgenabschätzung, technische Architektur und Evaluationsdesign.

Jan.–Jun. 2027

Phase 2 · Sichere App und Backend

Entwicklung der Kernfunktionen für iOS/Android, geschützter Chat, Warteschlange, Rollenverwaltung, Krisenplan, Follow-up, Sprachlogik und Administrationsbereich.

Jul.–Sep. 2027

Phase 3 · Testen, prüfen, Fachkräfte vorbereiten

Usability-Tests, Penetrationstest, Datenschutzprüfung, Belastungstest, Schulung, Supervisionsstruktur und Simulation kritischer Gesprächssituationen.

Okt. 2027–Sep. 2028

Phase 4 · Zwölfmonatiger Pilotbetrieb

Zielgröße: bis zu 250 freiwillige Nutzende. Die Anwendung soll Nachrichten jederzeit entgegennehmen. Wann eine menschliche Fachkraft verbindlich erreichbar ist und welche Reaktionszeiten zugesagt werden können, wird auf Grundlage von Nachfrage, Personal und Finanzierung transparent veröffentlicht und im Pilot gemessen.

Herbst 2028

Phase 5 · Auswerten und Transfer entscheiden

Wir veröffentlichen Nutzungsdaten, Wartezeiten, Abbruchraten, Sicherheitsereignisse, Nutzerfeedback und fachliche Erkenntnisse. Danach wird entschieden, was skaliert, verändert oder beendet wird.

Woran wir den Pilot messen wollen

Ein Krisen-Chat ist nicht erfolgreich, weil viele Nachrichten verschickt werden. Entscheidend ist, ob Hilfe erreichbar, sicher und tatsächlich hilfreich wird.

Erreichbarkeit

Wartezeiten, Abbrüche vor Gesprächsbeginn und Auslastung nach Uhrzeit. Statt heute eine künstliche Minuten-Garantie zu versprechen, wollen wir aus realer Nachfrage belastbare Reaktionsstandards entwickeln, veröffentlichen und messen.

Menschliche Antwort

Im Kernchat soll jede fachliche Krisenantwort von einem Menschen kommen. Automatisierung darf diese Kennzahl nicht künstlich schönen.

Subjektive Stabilisierung

Kurze freiwillige Rückmeldung nach dem Gespräch: „Fühle ich mich jetzt sicherer / weniger allein / klarer über den nächsten Schritt?“

Weitervermittlung

Wie oft entsteht aus dem Chat ein freiwilliger nächster Kontakt zu Gruppe, Fachberatung, Behandlung, Mentor oder anderer geeigneter Hilfe?

Sicherheit

Dokumentierte kritische Ereignisse, Datenschutzvorfälle, Eskalationen und Lessons Learned werden systematisch ausgewertet.

Akzeptanz

Verstehen Nutzer Datenschutz, Warteschlange, Rollen und Grenzen? Fühlen sie sich begleitet – oder technisch verwaltet?

Planungsrahmen 2026–2028: 186.050 €

Wir beginnen technisch nicht bei null. Brücken bringt bereits Website, digitale Zugangswege, Messenger-Erfahrung und eigene Entwicklungsarbeit in das Projekt ein. Der Förderbedarf entsteht dort, wo aus einem funktionierenden niedrigschwelligen Kontakt eine fachlich, datenschutzrechtlich und technisch belastbare Kriseninfrastruktur werden soll.

58.400 €

Technische Entwicklung & Integration

Geschützter Chat, App/PWA, Backend, Rollen und Rechte, Warteschlange, Übergaben, Follow-up, DE/RU und Integration in die vorhandene BRÜCKEN Infrastruktur.

26.900 €

Datenschutz, IT-Sicherheit & Recht

Datenschutzkonzept, Sicherheitsarchitektur, Verschlüsselung, externe Prüfung, Penetrationstest, Löschkonzept und notwendige rechtliche Begleitung.

23.750 €

Fachkonzept, Krisenstandards & Supervision

Gesprächs- und Eskalationswege, Qualifikationsprofil, Co-Design mit Betroffenen, Vorbereitung kritischer Situationen und Aufbau einer tragfähigen Supervisionsstruktur.

41.600 €

Pilotbetrieb & zusätzliche Erreichbarkeit

Zusätzliche finanzierte Fachkraftkapazität, Koordination, fachliches Backup und technische Betreuung des Piloten – ergänzend zu den bereits bestehenden Kontaktwegen von Brücken, nicht als künstlich versprochener 24/7-Dienst.

15.800 €

Evaluation & Qualitätsbericht

Reaktionszeiten, Nutzung, Abbrüche, freiwillige Weitervermittlung, Nutzerfeedback, Sicherheitsereignisse und nachvollziehbare Auswertung.

19.600 €

Projektsteuerung, Barrierefreiheit & Reserve

Koordination, Dokumentation, barrierearme Umsetzung, Beschaffung, technische Nacharbeiten und ein begrenzter Puffer für noch nicht bekannte Anforderungen.

Planungsrahmen, keine Kostenbehauptung: Die 186.050 € sind ein vorläufiger Entwicklungs- und Pilotrahmen. Vorhandene technische Infrastruktur und Eigenleistungen von Brücken werden eingebracht. Externe Angebote, Kooperationen, Sachleistungen und die Ergebnisse der Fachkonzeption können den tatsächlichen Förderbedarf verändern. Eine Förderung ist modular nach Arbeitspaketen möglich.

Warum dieses Projekt für Förderer interessant sein kann

Eine Förderung finanziert nicht „noch eine App“. Sie baut auf einer vorhandenen digitalen Eigenleistung auf und finanziert die Professionalisierung der Schnittstelle zwischen Selbsthilfe, schriftlichem Erstkontakt, digitaler Beratung und Krisenintervention.

  • jederzeit mögliche digitale Kontaktaufnahme mit transparentem, personell abgesichertem Erreichbarkeitsmodell;
  • migrationssensible Hilfe auf Deutsch und Russisch, später erweiterbar;
  • professionalisierter Übergang von ehrenamtlicher Erreichbarkeit zu klaren Qualitäts- und Dienststrukturen;
  • Privacy by Design und unabhängige IT-Sicherheitsprüfung;
  • messbare Versorgungs-KPI statt reiner Downloadzahlen;
  • direkte Anschlussfähigkeit an das BRÜCKEN Frühwarnsystem;
  • übertragbare Erkenntnisse für andere Träger und Regionen.

Mögliche Partner: Kommunen, Länder, Stiftungen, Hochschulen, Kliniken, Suchtberatungsstellen, Wohlfahrtsverbände, Krankenkassen und Förderprogramme – jeweils im Rahmen ihrer Zuständigkeit und Förderfähigkeit.

Kontakt für Förderpartnerschaften: alex.krieger@bruecken-suchthilfe.de

Der ehrliche Stand

Der BRÜCKEN Krisen-Chat ist heute noch keine fertige eigene App und kein 24/7-Fachdienst. Was bereits existiert, sind die Website, unsere Gruppen und der direkte schriftliche Kontakt über WhatsApp und Telegram. Das neue Projekt soll diese Erfahrung in eine eigene sichere, dokumentierte und evaluierbare Kriseninfrastruktur weiterentwickeln.

Schon heute können Menschen Brücken über WhatsApp und Telegram schreiben. Der Krisen-Chat soll daraus kein widersprüchliches Parallelversprechen machen. Er soll eine eigene sichere Infrastruktur schaffen, in der Erreichbarkeit, Zuständigkeiten, Übergaben und Reaktionsstandards transparent veröffentlicht, gemessen und professionell geplant werden können.

Wir wollen auch nicht behaupten, dass ein Chat einen Rückfall sicher verhindert. Die Pilotphase soll zeigen, wann textbasierte Krisenbegleitung angenommen wird, welche Gespräche stabilisieren, wo die Grenzen liegen und welche nächste Hilfe tatsächlich erreicht wird.

Was wir versprechen können: Wir werden keinen Bot als Menschen ausgeben. Wir werden Grenzen benennen. Wir werden Sicherheit und Supervision finanzieren. Und wir werden veröffentlichen, was funktioniert – und was nicht.

Die Vision

Das Frühwarnsystem könnte eines Tages erkennen: „Dieser Abend ist anders.“

Der Krisen-Chat könnte darauf antworten: „Sie müssen ihn nicht allein durchstehen.“

Und BRÜCKEN CONNECT könnte anschließend helfen, dass aus einem digitalen Gespräch wieder etwas Reales wird: eine Gruppe, ein Spaziergang, ein Kaffee, ein Mensch.

Unsere digitale Strategie endet nicht im Smartphone.

Sie soll dort beginnen – und den Weg zurück zu Menschen öffnen.

Häufige Fragen

Ist der Krisen-Chat ein Chatbot?

Nein. Das Kernprinzip lautet: Ein Mensch antwortet. KI kann perspektivisch im Hintergrund freiwillige Funktionen unterstützen, soll aber keine autonome Krisenberatung vortäuschen.

Kann ich heute schon jederzeit schreiben?

Über unsere bestehenden WhatsApp- und Telegram-Kanäle können Nachrichten bereits heute jederzeit gesendet werden. Das bedeutet nicht, dass rund um die Uhr sofort eine Fachkraft antwortet. Der neue Krisen-Chat soll genau diese bestehende Erfahrung in eine eigene sichere Infrastruktur mit transparenten Erreichbarkeits- und Reaktionsstandards überführen.

Warum nicht einfach bei WhatsApp und Telegram bleiben?

Weil diese Kanäle als erste Tür sehr wertvoll sind, aber nicht alle Anforderungen eines spezialisierten Krisenraums abbilden. Der neue Krisen-Chat soll Rollen und Dienstübergaben, transparente Warteschlange, Supervision, kontrollierte Datenhaltung, Notfallprozesse, Follow-up und Evaluation in einer eigenen Infrastruktur zusammenführen. WhatsApp und Telegram werden dadurch nicht entwertet – sie bleiben ein wichtiger Zugang.

Sieht die Fachkraft automatisch meine Daten aus dem Frühwarnsystem?

Nein. Eine Übergabe ist nur als freiwillige Funktion geplant. Die Person entscheidet, ob überhaupt eine kurze Context Card geteilt wird. Rohdaten des Smartphones sollen dadurch nicht automatisch sichtbar werden.

Was passiert bei akuter Lebensgefahr?

Der Krisen-Chat ersetzt keinen Rettungsdienst. Bei unmittelbarer Lebensgefahr gilt 112. Eine mögliche SOS-Freigabe von Standort oder Identität soll nur aktiv und ausdrücklich durch den Nutzer erfolgen.

Ist meine Spende steuerlich absetzbar?

Brücken Suchthilfe e.V. ist gemeinnützig. Für höhere Beträge erhalten Sie nach Geldeingang eine Zuwendungsbestätigung nach amtlichem Muster.

Ausgewählte öffentliche Grundlagen

  • DigiSucht: bundesweite professionelle und anonyme digitale Suchtberatung; laut Plattform über 500 Beratungsstellen in 14 Bundesländern. Die Entwicklung und Erprobung wurde bis Ende 2023 vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert, seit 2024 wird der Betrieb anteilig von beteiligten Ländern finanziert – DigiSucht.
  • European Data Protection Board: Anforderungen an rechtmäßige Verarbeitung und den besonderen Schutz sensibler Daten – EDPB.

Vielleicht braucht ein Mensch heute Nacht nur eine Antwort.

Nicht morgen. Nicht beim nächsten Termin. Heute. Helfen Sie uns, einen geschützten digitalen Raum zu bauen, in dem hinter der Technik ein Mensch erreichbar ist.

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